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Bilanzziehen, wenn dein Berufsweg endet – 5 Impulse

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Bilanzziehen ist immer dann sinvoll wenn etwas zu Ende geht. Was bleibt, wenn der Job leiser wird?

Irgendwann kommt dieser Moment. Er schleicht sich an, oft zwischen Tür und Angel. Manchmal nachts, wenn alles still ist: War das jetzt alles?

Die Berufstätigkeit ebbt vielleicht etwas ab, Rollen verändern sich, Projekte enden. Auch persönlich stehen Umbrüche an. Mit dem Übergang in eine neue Lebensphase tauchen Fragen auf, die lange keinen Raum hatten. Es ist eine Zeit der Bilanz – und eine Einladung, Frieden zu schließen: mit der eigenen Karriere, mit Entscheidungen. Auch mit dem möglichen Ausbleiben von Erfolgen oder mit Wegen, die anders verlaufen sind als erhofft. Gerade ab Mitte 40 erleben Frauen diesen Übergang oft besonders vielschichtig.

Viele Frauen haben jahrelang Care-Arbeit und Beruf unter einen Hut kriegen müssen. Häufig sind es später die eigenen Eltern und nicht mehr die eigenen Kinder.

Es ist Zeit Bilanz zu ziehen: Du hast getragen, organisiert, ermöglicht. Du warst zuverlässig, leistungsfähig, loyal. Und nun?

Die Positive Psychologie bietet hilfreiche Perspektiven, um die Übergänge in dieser Lebensphase nicht als Verlust, sondern als Reifungsprozess zu verstehen. Fünf Impulse, die dir in diesen Zeiten guttun können:

Bilanzziehen – jenseits von Titeln und Positionen

Sinn, Erfüllung und das persönliche Narrativ wirken sich aufs Wohlbefinden aus. Dein Berufsleben ist mehr als eine Abfolge von Stellenbeschreibungen. Frage dich nicht nur: „Was habe ich erreicht?“, sondern auch:

Was habe ich ermöglicht? Was habe ich gelernt? Welchen Fußabdruck habe ich hinterlassen?

Viele Frauen unterschätzen den Wert ihrer Wirkung, vor allem wenn sie sich nicht in Zahlen, Beförderungen oder Statussymbolen ausdrückt. Kein Titel? Kein eigenes Unternehmen mit xy Angestellten? Hüte dich vor Vergleichen dieser Art.

Vielleicht war deine Stärke Verlässlichkeit. Vielleicht dein Blick fürs Ganze. Vielleicht deine Fähigkeit, andere zu halten und zu unterstützen. Wie schaust du auf deinen Weg? Wie sehen andere das? Auch hier hilt Bilanzziehen.

Deine Geschichte verdient Würdigung – nicht Bewertung. Wertschätzendes Bilanzziehen ist ein Akt von Selbstachtung und des Selbst-Bewusstseins.

Definiere Erfolg auf deine Weise – von innen nach außen

Ein zentrales Prinzip des gelingenden Lebens ist Selbstkongruenz: den eigenen Weg im Einklang mit den eigenen Werten zu gehen. Bist du deiner Werte gewahr? Kannst du genau sagen, was dir am wichtigsten ist und was etwas weniger? Die Definition von Erfolg verändert im Laufe des Lebens seine Gestalt. Was dir mit 30 wichtig war, darf mit 50 an Bedeutung verlieren.

Statt dich weiter an äußeren Maßstäben zu messen, lade ich dich zu einem Perspektivwechsel ein:

  • Wann warst du in deinem Tun wirklich lebendig? Denke an mindestens drei Situationen oder Lebensphasen.
  • Wo hast Du dich selbst gespürt? Denke bitte an berufliche Meilensteine, aber auch an private. Manch ein Erfolg kann aus Krisen hervor gegangen sein.
  • Was hat dir Energie gegeben – nicht nur Anerkennung? Denke an Erfolgs-Momente jenseits von Lorbeeren.

Innere Stimmigkeit wird zum neuen Erfolgskriterium. Sie ist leiser, weniger sichtbar – aber oft tiefer und tragfähiger. Wie definierst du wirklich Erfolg für dich?

Erlaube dir, Unerreichtes zu betrauern

Bilanzziehen bedeutet nicht, alles schönzureden. Im Gegenteil: emotionale Ehrlichkeit ist eine wichtige Grundlage für seelische Gesundheit. Unerreichte Ziele, verpasste Chancen oder ausbleibende Anerkennung dürfen dich traurig machen.

Wehmut ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verbundenheit mit dem, was dir wichtig war – und ist. Entscheidend ist, Trauer einen bewussten, begrenzten Raum zu geben: durch Schreiben, Gespräche oder kleine Rituale des Loslassens.

Was gesehen und betrauert wurde, verliert schlussendlich an Schwere – und macht Platz für Neues. Nicht umsonst heißt es: Wer loslässt, kann mit beiden Händen zugreifen. Das klingt einfach. Allerdings ist nicht alle Einfache auch leicht.

Aktiviere deine Stärken – auch jenseits der Berufstätigkeit

Ein Kernansatz der Positiven Psychologie ist die Arbeit mit Charakterstärken. Viele Frauen haben ihre Stärken jahrzehntelang für andere eingesetzt – im Beruf, in der Familie, im Ehrenamt.

Nun darfst du dich fragen: Wie möchte meine stärkste, positive Seite heute gelebt werden?

Vielleicht nicht mehr im klassischen Job, sondern im Weitergeben von Erfahrung, im Gestalten, im Begleiten anderer oder im eigenen kreativen Ausdruck. Deine Stärken verlieren mit dem Ende der Berufstätigkeit nicht ihre Kraft. Oft werden sie erst dann wirklich frei.

Wie wäre es, wenn du schon heute öfter deine Charakterstärken in die Bilanz einbeziehst? Die problemorientierten und auf Schwächen und Fehler konzentrierten Haltungen haben ihren Grund und daher auch ihre Berechtigung. Allerdings schenkst du dir und anderen (!) mehr Wohlbefinden, Gelassenheit und Glück, wenn du deine Charakterstärken bewusst mit ins Boot nimmst.

Betrachte deine Zukunft als offenen Raum – nicht als Restzeit

Ein häufiger innerer Stolperstein ist der Gedanke: Jetzt kommt beruflich nicht mehr viel. Setze dem bewusst Zuversicht und Zukunftsorientierung entgegen. Genau wie die Schulzeit, die Studentenzeit, die Kindererziehungszeit ist die Berufszeit eine Lebensphase. Sie verdient es, dass du Bilanz ziehst. Allerdings: Hinterm Horizont geht´s weiter.

Es geht nicht um neue große Pläne oder neue Karrieren. Oft sind es kleine, nährende Perspektiven und Ideen: Lernen ohne Leistungsdruck. Beziehungen vertiefen. Etwas beginnen, das keinem Zweck dienen muss. Und hey, bloß weil wir älter werden, heißt es noch lange nicht, dass wir fortan quasi mit Rollator unterwegs sein werden. (Übrigens ein Hoch auf all diese Hilfsmittel! Versteht sich von selbst.)

Der Übergang aus dem Berufsleben in die nächste Lebensphase ist kein Schlusspunkt. Er ist ein Komma. Ein Innehalten. Ein Raum, in dem du dir selbst neu begegnen darfst – mit Wohlwollen, Klarheit und Respekt.

Bilanzziehen: Schließe Frieden mit deinem Weg.  

Frieden mit deinem beruflichen Weg zu finden heißt nicht, alles gut zu finden. Es heißt, dich selbst nicht länger im Weg zu stehen. Ich lade dich ein, den Blick zu weiten: weg vom Defizit, hin zur Bedeutung – zu Sinn und Erfüllung. Weg vom Vergleich, hin zu deiner inneren Wahrheit.

Jede Lebensphase verdient Aufmerksamkeit und Zuwendung – auch diese am Ende der Berufstätigkeit. Denn was jetzt leiser wird, kann Tiefe gewinnen. Und was endet, macht Platz für etwas, das vielleicht lange gewartet hat: dich selbst. Gerne für dich da: Coaching kann dir Raum fürs Bilanzziehen geben.

Über mich
Hallo, ich bin Sabine
Ich bin systemischer Coach, hinterfragende Zuhörerin und wert­schätzen­de Sparrings­partnerin mit einem Faible fürs Praktische.

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