Wie ist eigentlich so ein Coaching?

Finde es beim knackigen Impuls-Coaching zum Schnupperpreis heraus!

Coaching? Training? Was ist denn nun was?

SaSa Coaching Blog Coaching? Training? Was ist denn nun was? Wand mit einer Katze, die als Streetart Bild verziehrt wurde

Die Begriffe Coaching und Training werden vor allem in den sozialen Medien munter durcheinandergewirbelt. Doch wo hört ein Coaching auf und fängt ein Training an? Wo hört ein Training auf und wo fängt ein Coaching an?

Heute Morgen habe ich an einer Live-Session teilgenommen. Der Host: eine Frau, die sich „Coach für Coache“ nennt. Eine Frau mit lockerer, aufrechter Körperhaltung. Sie spricht zügig. Der Tonfall ist selbstbewusst. Ihre Worte: direktiv. Ich lausche neugierig ihren Ausführungen.

Immer wieder schnellt ihr Finger hoch und sie zeigt direkt in die Kamera. Sie sagt Sachen wie: „du musst…andere, die das nicht machen, bekommen die Quittung…wer das nicht macht, muss scheitern…du brauchst…ich habe das selbst so erlebt…du musst über deinen Schatten springen…üben, üben, nochmal üben…“

Wow, denke ich – was für eine Packung Straight Talk. Und schon schnellt eine rote Flagge hoch.  Straight Talk = Deep Talk? Ich fühle mich jedenfalls eher wie bei einem Personal Training im Fitnessstudio oder einem Bootcamp als in einem virtuellen Coaching Raum. Eher Aerobic Kurs als Coach-the-Coach Video. Und genau hier werden die Unterschiede zwischen Coaching und Training sehr deutlich.

Das Durcheinander in den Begrifflichkeiten könnte meiner Einschätzung nach damit zu tun haben, dass ein Trainer:in eines Sportteams im Englischen „Coach“ genannt wird. Die Ursachenforschung ist hier nicht so wichtig. Viel relevant ist die Differenzierung, denn sie dient der Orientierung im Dschungel des „Coaching-Marktes“.

Wo liegen also die Unterschiede zwischen Coaching und Training? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Was kannst Du jeweils erwarten und für dich rausziehen?

Unterschiede zwischen Coaching und Training

Das Ziel eines Trainings ist es, konkrete Verhaltensmuster einzuüben. Dabei zielt das Training darauf ab, einem Ziel entsprechend Abläufe zu perfektionieren. Die Teilnehmenden lernen neue Fähigkeiten und trainieren Umsetzungskompetenzen. Im Training steht das Verhalten der Teilnehmenden im Fokus. Ein Coaching hingegen geht über die Verhaltensebene hinaus. Das Individuum wird als Ganzes betrachtet, das heißt nicht nur im Handeln, sondern auch im Fühlen und Denken. Beispiele für Trainings sind Mentaltraining, Verkaufstraining, Präsentationstraining.

Solch ein Training wird durch Personen mit einem entsprechenden Wissen angeleitet. Es besteht also ein klares Kompetenz-Gefälle. Wir haben auf der einen Seite die Expertise und auf der anderen das mangelnde Know-How. Ein wichtiger Aspekt eines Trainings sind Übungssequenzen. Je nach Konzept und Kontext erhalten die Teilnehmenden Übungsaufgaben und Feedback, um das Training zu vertiefen.

Trainingseinheiten können in einem Coachingprozess eingebettet werden, wenn das Coaching darauf abzielt, konkrete Veränderungen auf der Verhaltensebene anzugehen. Im Coachingprozess kann es darum gehen, neue Fähigkeiten zu erlernen und eingeschliffene Handlungsmuster zu durchbrechen. Je nach Qualifikationen kann ein Coach trainieren. Ich kann im Rahmen eines Coachings bei Bedarf ein berufliches Schreibtraining einfließen lassen, aber kein Rhetoriktraining.

Beim Coaching handelt es sich um eine Beratungssituation. Hier steht der einzelne Mensch im Mittepunkt des Geschehens. Es geht im Coaching ausschließlich um die Anliegen der ratsuchenden Person. Darum, sie zu unterstützen und die für sie optimale Lösung für ihr persönliches Anliegen gemeinsam zu entwickeln. Während die Coachee Expertin für das Anliegen und Lösungswege bleibt, begleitet und unterstützt ein Coach den Prozess.

Ein Coach ist Expert:in für Fragen und Interventionen, die den individuellen Weg zur Lösung ebnet. Die Grundlage für jedes Coaching ist die Beziehung zwischen den Beteiligten. Hier gibt es kein Gefälle, sondern ein Explorieren auf Augenhöhe. Im Coachingprozess haben zum Beispiel meine Lebensgeschichte und Ratschläge nichts zu suchen. Ich höre aktiv zu und bediene mich psychotherapeutischer Methoden, ohne Psychotherapie durchzuführen. Meine Interventionen schieben Reflexion und Perspektivenwechsel an. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist eine knackige (wenn auch etwas undifferenzierte) Beschreibung von Coaching.

Die Gemeinsamkeiten von Coaching und Training

Das gemeinsame Ziel beider Maßnahmen ist es, einem Anliegen zu begegnen. Ziel beider Prozesse ist eine Veränderung im Sinne der Klient:innen herbeizuführen. Voraussetzung ist es, dass die ratsuchende Person psychisch stabil ist. Bei psychischer Erkrankung sollte beides nur mit einer entsprechenden Begleitung und in enger Absprache mit einem/einer Psychotherapeut:in stattfinden. Hier lauert die Gefahr der „Verschlimmbesserung“ oder gar der Dekompensation Klientin. Beide Verfahren können Übungssequenzen beinhalten, um der Lösung des Anliegens näher zu kommen. In beiden Fällen geht es darum, Fähigkeiten im Sinne der Klient:innen zu unterstützen und zu erweitern.

Was du jeweils erwarten und für dich rausziehen kannst

Entscheidend ist dein Anliegen. Willst du eher eine konkrete Fähigkeit (Rhetorik, Schreibfähigkeit) oder ein Verhalten (Smalltalk, Verkaufen) verändern bzw.  „schleifen“? Oder hast du Klärungsbedarf und möchtest eine wichtige Entscheidung vorbereiten? Diffuses Unwohlsein kann manchmal auch ein Anliegen sein – Wofür stehe ich? Was macht mich aus? Was fehlt mir eigentlich und wie komme ich zu mehr Wohlbefinden? Es gibt so viele Anliegen wie Lebensrealitäten.

Bei einem guten Training nimmst du Know-How mit und solltest deine Fähigkeiten und dein Handlungsspektrum nachhaltig ausgebaut haben. Beim Coaching erwartet dich „innere Arbeit“ –es geht um deine Lösungswege. Auf deine Weise. In deiner Zeit.

Coaching oder Training? Was ist das richtig für mich?

Ich bin systemischer Coach für Positive Psychologie und Trainerin verschiedener Workshops, zum Beispiel im Bereich Journaling und Biografisches & Kreatives Schreiben. Daher wende ich an vielen Stelle unterschiedliche Methoden in unterschiedlichen Rollen an – je nach Anliegen und Bedürfnissen.

Melde dich gerne mit deinen Erfahrungen in Bezug auf die Formate oder auch wenn du ein Anliegen hast, was wir gemeinsam angehen können.

Über mich
Hallo, ich bin Sabine
Ich bin systemischer Coach, hinterfragende Zuhörerin und wert­schätzen­de Sparrings­partnerin mit einem Faible fürs Praktische.

In meinem Blog be­kommst du Impulse, Infos und Interessantes in Punkto Empowerment & Happy Healthy Ageing.
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