Nervt Dich die Happiness-Welle? Sechs Tipps für Glücksgestresste

Viele Wege führen zu Glück und Wohlbefinden. Allerdings führt einer garantiert in die Sackgasse: der Good-Vibes-Only-Weg. Jederzeit gut drauf sein zu wollen. Kennst Du das auch? In diesem Blogartikel gebe ich sechs Tipps, wie Du dem Glücksstress entkommst.

Die Jagd nach Erfüllung und Glück kann Dich unter Umständen ziemlich unglücklich machen. Wenn Du das merkst, ist es höchste Zeit über Gegenmaßnahmen nachzudenken. Hier sind meine sechs Lieblings-Tipps für Dich: 

1. Nimm Deine Gefühle ernst

Dein Mindset wirkt sich wie ein Katalysator für Erfolg, Gesundheit und Resilienz aus. Das ist wissenschaftlich gut untersucht und nachgewiesen.  Allerdings hat dieser Ansatz nur dann seine erwünschten Auswirkungen, wenn gleichzeitig Raum für unangenehme Gefühle bleibt. Schließlich gehören sie zum Leben. 100% Dauerglück wäre sonst Normalität. Dadurch wären die Glücksgefühle aber verschwunden. 

Wenn Du Negatives ausblendest, dann verleugnest Du einen Teil von Dir. Das abzuspalten kann Dich sogar seelisch krank machen.

Manchmal gibt es diese Tage. Dein Handy kaputt, die S-Bahn gerade weg, vorhin Kaffee auf die neue Bluse gekippt und nachher noch ein schwieriges Gespräch. Auf der Glückskala von 0-10 liegst Du dann vielleicht bei -5.  Rede das nicht klein.

2. Welche emotionalen (Alt-)Lasten trägst Du? 

Deine Herkunftsfamilie prägt Deine Startchancen im Leben, genau wie die Gesellschaft, Dein Wohnort und teilweise die genetische Disposition. Diese Einflüsse sind wie ein Sparguthaben oder eben eine Hypothek auf Deinem Glücks-Bankkonto. 

Kritische Lebensereignisse wie Trennung, Jobverlust, Umzug können Dein Kontostand ordentlich nach unten ziehen. Die Aussage „Jeder ist seines Glückes Schmied“ geht nach hinten los, wenn Du Dich verantwortlich machst, unter Druck setzt. Mache Dir solche Glaubenssätze bewusst. Wenn es Dir hilft, dann sage still „Stopp“, wenn Deine Gedanken in diese Richtung rotieren. Gib Dir Zeit und sei mitfühlend mit Dir selbst.

Und dann drehe sanft die Richtung: Sei stolz auf das, was Du trotzdem erreicht hast. Wofür kannst Du (trotz allem) dankbar sein? Was sind die besonderen Stärken, die Dich (gerade wegen negativer Erlebnisse) ausmachen? Beantworte diese Fragen. Und: Glaub an Dich! 

3. Sei achtsam in Deinem Social Media-Konsum

Die Posts in den Sozialen Medien zeigen immer nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit. Die wunderbare Glückswelt der Erfolgreichen, Schönen und Reichen ist natürlich nur eine idealisierte Momentaufnahme. Das weißt Du natürlich. Rational. 

Allerdings ist es manchmal so: Was inspirierend ist, kann auch zu Gefühlen von Minderwertigkeit und Neid führen. Wenn Dein Social Media-Konsum toxisch wird, dann wirkt das wie ein Flächenbrand. Stolz, Dankbarkeit und andere Glücksgefühle werden dem unbewusst geopfert. 

Wenn Du Glücksstress spürst, dann konzentriere Dich wirklich nur auf Deine persönlichen Posts und scrolle nicht im Netzwerk herum. Vermeide um jeden Preis die Perfekte-Welt-Beiträge. Blende die anderen für ein Weile aus – zumindest bist Du Dich stabiler fühlst. Sorge gut für Dich!

4. Nutze die Energie negativer Gefühle 

Es ist liegt Trugschluss in der Botschaft: „Du musst dich immer gut fühlen und schlechte Gefühle vermeiden.“  Statt negative und belastende Gefühle auszuradieren lerne, sie für Dich zu nutzen. 

Die Schattenseiten Deiner Persönlichkeit sind durchaus wertvolle Trigger für Weiterentwicklung. Wut kann kreativ machen. Selbstbezogenheit lässt Dich vielleicht mutiger sein. Ängstlichkeit sorgt für Vorsicht. Liebeskummer wirft Dich auf die Selbstliebe zurück. 

Belastende Gefühle gehören einfach dazu. Nutze sie für Deine Weiterentwicklung. Entdecke die Vorteile und den Nutzen der Schattenseiten. Und dann setze genau diesen Perspektivwechsel für die Veränderung ein, die Du Dir wünschst.

5. Vermeide toxische Vergleiche im Business

Es gibt immer jemanden auf der Welt, der/die etwas besser macht oder weiter ist als Du. Wie würde es Dir gehen, wenn Du das nicht wüsstest? 

Ich kenne diese toxischen Vergleiche allzu gut. Als Coach bin ich in einem Markt, der riesig ist. Ich habe großartige Mitbewerber. Ihre Referenzen sind umwerfend. Die Webseiten sauber durchdacht. Inzwischen bin ich sehr achtsam und merke früh, wenn ich in die Vergleichsfalle tappe.

Mache Dir bewusst, dass es immer Angebote wie Deines gibt. Aber: Du bist einzigartig. Niemand wird das, was Du tust, auf genau dieselbe Weise tun. Kein Mensch gleicht Dir. Konzentriere Dich auf Deine Stärken, Werte und Dein Warum. Auf Deine Ecken und Kanten. Du bist einmalig!

Mit diesem Fokus schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens kannst Du Vergleiche emotional so einordnen, dass sie Dich nicht runterziehen. Zweitens ziehst Du die Menschen an, die wirklich zu Dir passen. Zeige Dich mit Deinem Knowhow – und wie Du bist. 

6. Schreib Dich frei 

Ich bin ein Fan vom Kreativen und Biografischen Schreiben. Wenn Du also glücksgestresst bist und die Happiness-Welle verfluchst, versuch´s mal mit „seelischem Ausmisten“. Deine „Mistgabel“ ist der Stift. Wenn Du morgens deine Gedanken frei und unzensiert auf das Blatt fließen lässt, dann lösen sich nach und nach Blockaden. 

Indem Du bei Dir andockst, schenkst Du Dir wertvolle Aufmerksamkeit. Sei entspannt achtsam und selbstfürsorglich. Schreiben ist eine der wirksamsten Möglichkeiten zum Selbstcoaching. Wenn Dich das Thema interessiert, dann lese gerne meinen Blogartikel über das Automatische Schreiben. Da beschreibe ich nicht nur die Wirkung, sondern gebe Impulse, wie Du das in Deinem Alltag integrieren kannst. 

Ich hoffe, Dir haben meine Tipps für Glücksgestresste wertvolle Impulse geben können. Gerne unterstütze ich Dich, wenn Dich der „Good-Vibes-Only“-Hype runterzieht und Du einen nachhaltigen Weg aus der Falle suchst. 

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